Nahsicht und Fernweh

Zeitraum: 
8. November 2008 - 9. November 2008
Den Mittelpunkt dieses Mottos bilden zwei Nordwalder Lebensgeschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dort ist zum einen der alte Knecht Johann, Öhm auf dem Hofe Sanderink, der über 80 jährig nie wirklich aus Nordwalde herausgekommen ist. Johann ist einer der letzten noch lebenden Knechte im Münsterland überhaupt, sein Wirkungsfeld war immer der Bauernhof, die Ländereien drumherum und der sonntägliche Spaziergang zum befreundeten Bäcker, um sich ein gemeinsames Bierchen zu gönnen. Auf der andere Seite ist Heinrich, von allen nur Jacky genannt, den es als jungen Mann nach Amerika zog, und der es in Hollywood zu einem namhaften Nebendarsteller in vielen der ganz großen Hollywood Filme schaffte, der mit Stars wie Marlon Brando, Yul Brunner, Robert Redford gut bekannt war, und in den Wochen zwischen den Filmdrehs auch noch deren liebster Autoverkäufer wurde. Nun ist er 83 jährig zurück in Nordwalde. Sterben möchte er dann doch in der Heimat, so sagt er ohne Wehmut. „Nahsicht und Fernweh“ zeichnet zwei Nordwalder Lebensgeschichten in Form einer Foto- und Kunstausstellung nach, und bei guter Gesundheit auch in einem Gespräch mit beiden, stellvertretend für ein historisches Phänomen, dem Sterben typisch ländlicher Berufe, dörflicher Strukturen und vor allem Personen und Persönlichkeiten, die das Fernweh nach einem anderen Leben und fremden Welten nur träumen konnten und wollten, und wenigen, die es ausgelebt haben, aber alle am Ende sich wieder auf die Heimat besinnen. Das Rahmenprogramm bilden verschiedene Lesungen, Konzerte und Gespräche in unterschiedlichen Nordwalder Räumlichkeiten, die das Motto „Nahsicht und Fernweh“ ebenfalls auf eine thematisch verbundene Art beleuchten und biografische Erlebnisse und Emotionen wieder zum Leben erwecken.

1. Nordwalder Biografietage 2008

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Gesellschaft für biografische Kommunikation e.V.